Von Schiller lernen heißt, kompromisslos
möglichst alles und nur das Größte zu wollen, und zwar sofort. Der
Bühnentausendsassa Michael Quast und die personifizierte Fußnote Philipp
Mosetter machen sich auf, an diesem Anspruch ganz im Schillerschen Sinne zu
scheitern – nämlich grandios!
Nachdem sie sich schon Goethes Faust
auf unwiderstehliche Weise angenommen haben, lautet das bewährte Rezept: aus
einem konzentrierten Nichts heraus mit größtmöglicher Ernsthaftigkeit ein
Maximum an Komik erzielen, und zwar sofort. Dabei spielt der Apfel als
Schillers Lebensmotiv (vom Vater, der sich als Pomologe hervortat, über die
berühmten faulen Äpfel in der Schreibtischschublade bis zum Apfelschuß im
letzten Stück "Wilhelm Tell") ebenso eine Rolle wie die Bedeutung von
Schillers Krankheiten für seine Werke. Im Grunde war Schiller pausenlos krank.
Angefangen beim hartnäckigen Husten in der Kadettenanstalt bis zur finalen
Tuberkulose in Weimar, was anhand der Dramen sehr schön beleuchtet werden kann.
Quast spielt diesmal nicht nur alle
Rollen, er spielt auch alle Krankheiten.
Mosetter diagnostiziert,
interpretiert und macht Therapievorschläge.
Ein Abend, der uns Schiller fast
schon wieder sympathisch macht.
„Zwei Kabarettisten finden den
wahren Schiller. Unzweifelhaft ein Höhepunkt im Schiller–Jahr, mit dem Zeug zum
Klassiker. Man sollte ihren Vortrag zum Pflichtprogramm in
Deutsch–Leistungskursen machen.“ Frankfurter
Allgemeine Zeitung, 30.4.2005

