Eines kann
man Ernst Molden nicht nachsagen: Unproduktivität. "Es Lem", das
zehnte Album aus seiner Feder, erscheint kaum mehr als ein Jahr nach dem
Theatererfolg "Häuserl am Oasch" (samt gleichnamigen Album). Und
wenige Wochen nach der Veröffentlichung des ersten Liederbuchs im Deuticke
Verlag.
"Es
Lem" sagt der Wiener ja, wenn er seine Existenz meint, sein Dasein,
"das Leben" an und für sich. Wenn ein Künstler einem Album einen
dermaßen puristischen, alles und jeden umarmenden Titel gibt, hat er einen
gewissen Reifegrad erreicht. Einen Status, der nicht mehr nach Zuspitzung,
Überzeichnung und Provokation verlangt, sondern ganz im Gegenteil Gelassenheit
ausstrahlt.
Lieder wie
"Schlochdhausgossn", "Neiche Wohnung",
"Flagduam", "74A", "Joe Zawinul Park" oder
"Bundesbod" sind einerseits beiläufige Einträge in einem auf das
Unmittelbare, Wesentliche, Lokale beschränkten Welt-Journal, andererseits auch
markante Stationen einer Erkundungstour des eigenen Ichs. Der Weg ist das Ziel,
und die Zielstrebigkeit und -genauigkeit des Künstlers der intellektuelle
Proviant des Wegbegleiters.
Ernst Molden
– Gesang, Gitarre
Willi
Resetarits – Gesang, Mundharmonika
Walther
Soyka – Akkordeon
Hannes Wirth
– Gitarre

